Nachdem ich mich nun mit dem netten Bloggen beschäftigen durfte, muss werde ich jetzt und hier eine kleine Abhandlung über das Bloggen schreiben.
Blogs kann man einerseits als ein neues Technikum, eine neue Software, eine neue Darstellungsweise sehen. Sie zeichnen sich durch ihre Aktualität aus. Von wie vielen Menschen auch immer betreut, wie oft auch immer aktualisiert: der neuste Beitrag steht immer oben. Die älteren Einträge sind darunter angereiht, und später in blätterbare Seiten aufgeteilt. Rechts, links oder darunter finden sich für gewöhnlich spezielle Plätze oder Kolumnen zur Ausstattung des Weblogs. Das kann eine Blogroll sein, die Selbstbeschreibung der Autors, eine Suchleiste oder ein Archiv. Blogs haben durch diese kleinen “Regeln” einen hohen Wiedererkennungswert. Kennt man ein Blog, versteht man ein weiteres.
Blogs sind aber auch ein Phänomen. Enstanden sind sie aus Logbüchern internetaffiner Menschen, die eine Seite besaßen, die sie regelmäßig mit neuem Content füllten. Das gab es schon Mitte der 90er, ihren Boom haben Blogs aber erst ab etwa 2005 erlebt, der Zeit des “Neuen Webs“. Das hängt einerseits mit der generellen Zugänglichkeit des Internets für den normalen User ab. Ende der 90er war das Internet zwar in aller Munde, die wenigsten kannten sich jedoch damit aus, die Verbindungen waren langsam und teuer, und die User haben sich meist mit dem Betrachten von bunten Seiten zufriedengegeben. Nach dem Aufkommen und speziell dem Fall der New Economy, in einer Zeit, in der sich eine Art Vakuum an Produkten und Visionen sich breitmachte, hatte der gemeine User die Chance das Internet für sich zu entdecken. Zu entdecken, dass eine eigene Homepage zwar interessant sein kann, aber es noch mehr geben müsste. Es interaktiver, vernetzer, und vielleicht auch politischer werden könnte.
Zu dieser Zeit sind zahlreiche neue Ideen und Techniken entstanden bzw. haben sich durch Verknüpfung und Kolaboration gebildet. Durch Blogsoftwares wurde auch für den Anfänger das Führen eines Blogs möglich, durch Feeds und automatische Trackbacks kann er sich vernetzen. Es konnte sich ein neues Selbstverständnis des Webnutzers bilden, das bis heute vorherrscht. Das Internet ist nicht ein einseitiger und kommerzieller Kanal – es kann vom Bürger genutzt werden um selbst eine Stimme zu bekommen. Brechts Vision eines interaktiven Radios, mit dem Bürger am Mikrofon, kann sich nun endlich verwirklichen.
Und wenn man sich jetzt noch ein paar Anfänger-Blogs zu Gemüte führen möchte, kann man diese Liste hier durchstöbern. Viel Spaß!



